Sieg der Männer in der Campushalle

Highspeed und Schlafwagen

Die SG Handball Ilmenau gewinnt das Spitzenspiel ihrer Landesliga-Staffel 1und erobert damit deren Tabellenspitze.

SG Handball Ilmenau - SG Suhl/Goldlauter II am 09.02.19 In Ilmenau

Endstand: 27:22, Halbzeit 14:7

SG Ilmenau: Grötzsch, Stützer (45.-49.); Brill (3), Beyer (6), Kreisel (2), Genath (5), Brückner (8/3), Oppermann (3), Rehtanz, Kasch, Herklotz (n. e.)

Schiedsrichter: Grußdorf/Schwarzien (HV Artern) - Zuschauer: 80 -

Strafwürfe: SG Ilmenau 4/3, Suhl/Goldlauter II 0 -

Zeitstrafen: SG Ilmenau 6, Suhl/Goldlauter II 9 - Rot: Griebel (Suhl/Goldlauter II, 52., drei Zeitstrafen)

Ilmenau - "Spitzenreiter, Spitzenreiter", so konnten die Gastgeber am Ende auf dem Spielfeld jubeln. Die Revanche für das 25:29 vom Hinspiel gelang ihnen, und zwar mit einem Tor mehr, was bei Punktgleichheit am Saisonende wichtig wäre.

Letztlich war dieses Top-Match eine eindeutige Sache für die Gastgeber, die punktgenau ihr Leistungsvermögen abriefen. Dagegen waren die Gäste nicht in der Besetzung vom Hinspiel (vor allem fehlte der erfahrene Abwehrspieler Thieme) und auch nicht in ihrer damaligen Form angereist. Sie führten zwar zunächst 0:2, auch weil ihr Torwart S. Wetzl wieder gut aufgelegt war und früh einiges parierte. Aber es wurde auch ebenso früh klar, dass Suhls tempoverzögernder Schlafwagen-Handball dem Speed der Gastgeber nicht gewachsen sein würde - und so kam es dann auch: Nachdem Brill das 4:3 erzielt hatte (12.) gab Ilmenau die Führung bis zum Schluss nicht mehr ab.

Erste Grundlage dafür war einmal mehr eine starke Abwehr. Im 5:1-System, mit Beyer oder Rehtanz in vorgezogener Position, gelangen viele Ballgewinne oder es wurden schlechte Abschlüsse erzwungen. "Man hat gesehen, dass sie mit dem Haftmittelverbot nicht klar kamen", analysierte SG-Trainer Jens Rocktäschel die vielen Suhler Fehler. "Allein ihr Torwart hat sie im Spiel gehalten." Deshalb war auch die Verwertungsquote der Ilmenauer Konter keineswegs optimal. Dass Abwehrchef Brill - übrigens zum dritten Mal hintereinander - früh die zweite Zeitstrafe bekam (21.) und ab da nur noch im Angriff eingesetzt werden konnte, wurde abermals gut kompensiert.

Frühe Vorentscheidung

Am Ende der ersten Halbzeit zog Ilmenau trotz Unterzahl auf 10:4 davon (23.) und zur Pause, zuvor eine längere Unterzahlphase der Suhler nutzend, lag die SG sogar 14:7 vorn - das war schon die Vorentscheidung. Neben dem gewohnt starken Brill präsentierte sich diesmal Kreisel deutlich besser als vor einer Woche gegen Saalfeld, und auch die Kreisanspiele auf Genath (5 Tore) gelangen weitaus öfter als noch im Hinspiel.

Höchstens vier Tore

Nach dem Wechsel konnte Ilmenau diesen Vorsprung bis zur Schlussviertelstunde halten, obwohl Suhl/Goldlauter II jetzt im Angriff effektiver war. Weiter als bis auf vier Tore (20:16/48.) konnte der Gast den Rückstand aber nie verkürzen. In dieser Phase tilgte Brill mit dem 21:16 in Unterzahl sofort jede aufkommende Unruhe; später zog Beyer mit vier Toren zum 26:19 (56.) den Suhlern endgültig den Zahn. "Ich hab’ nicht viel überlegt, sondern einfach draufgeworfen", meinte der Schütze. Wie auch immer: Super-Keeper S. Wetzl, der zuvor unter anderem zweimal dem sonst so sicheren Oppermann den Torjubel verdarb, fand gegen diese Würfe nun keine Mittel mehr.

Trainer Jens Rocktäschel aber konnte nach diesem zweiten Heimsieg über einen direkten Kontrahenten aus dem Spitzenfeld bilanzieren: "Jetzt sollten wir unser erstes Saisonziel, einen Platz unter den ersten fünf zur Qualifikation für die neue, eingleisige Landesliga, geschafft haben. Vielleicht können wir unser zweites Saisonziel, Platz eins bis drei, nun auch noch realisieren. Aber es kommen noch ein paar schwierige Auswärtsspiele."

Nach wie vor kein Thema ist die Thüringenliga. "Dafür ist unsere Spielerdecke viel zu dünn", wiederholte Jens Rocktäschel das Argument vom Vorjahr. "Allein was wir aktuell für Kopfstände machen müssen, um einen zweiten Torwart aufbieten zu können ..." Zumindest ist derzeit wieder ein neuer Kreismittespieler von der Uni im Anmarsch, der Jonas Genath ersetzen könnte, falls dieser am Saisonende Ilmenau verlässt.

FW vom 10.02.19 Rab